Gefunden bei Wendy
Heute bin ich immer noch beim Johannes. Ich weiß noch nicht, ob ich noch wirklich schaffen kann, was ich mir für das Wochenende vorgenommen habe. Aber es war vielleicht auch ein bisschen viel in Anbetracht der Tatsache, dass wir heute nachmittag noch bei den Schwiegies zu Besuch waren, und ich so erst abends zum Stricken kam. Bisher habe ich den Rest des Ärmels geschafft, und dazu noch 13 Reihen vom Körper, an dem ich ja einiges wieder aufgetrennt habe. Jedenfalls passt der Ärmel jetzt, und das ist schon ein großer Fortschritt.
Heute morgen der Gottesdienst war jedoch schön. Es ging um Gottes Segen. Die Lieder waren klasse dazu ausgesucht, und außerdem war heute Abendmahl. Allein die Erinnerung daran, was Jesus für mich getan hat, ist immer wieder aufbauend.
Ich habe heute schon meinen Balkon auf Vordermann gebracht. Bin noch nicht ganz fertig, aber vier Kästen sind fertig neu bepflanzt. Den fünften werde ich erstmal wieder hinhängen, und der sechste muss noch auf den Basilikum warten.
Fehlen noch die Blumenkübel. Aber auch das wird nicht mehr heute. Dann haben wir heute draußen gegrillt. Das erste mal in dieser Saison, wirklich lecker. Heute dann noch ein paar Aufräumarbeiten, und dann kann der Strickabend beginnen.
Und an der Schwiegervatersocke habe ich ein bisschen genadelt, aber nicht allzu viel.
Alle Kinder hatten römische Kleidung, 2 waren Hausherr und Hausherrin, die anderen waren "Sklaven". Zwischen den Gängen waren Spülpausen, und es wurde Unterhaltung geboten: ein Film vom Rundgang der Klasse entlang der ehemaligen römischen Stadtmauer, dann wurden die Arbeiten der Kinder zum Thema vorgestellt, Flötenmusik, ein Tanz, ein Gedicht, in dem eine der Speisen (Moretum) besungen wurde.
Die Gäste wurden auf Lateinisch und Deutsch vom Hausherrn und der Hausherrin begrüßt.
Die Speisenfolge umfasste einen Aperitiv (saurer Rotwein mit Wasser und Honig), einen Vorspeisenteller mit Feldsalat, eingelegten Oliven, Moretum (eine Käse-Knoblauch-Kräuterpaste, vielleicht der Vorläufer des Pesto?) und noch anderen Köstlichkeiten, dann als Hauptspeise entweder Schinken oder gebackenes Hühnchen, dazu Bohnen, ein nicht näher definierbares Mus und ein Linsengericht mit Flohsamen und Maronenmus. Es schmeckte alles ungewohnt, aber durchaus köstlich. Als Nachspeise gab es Obstsalat und eine Art Kuchen, der ganz köstlich war. Zum Essen gab es Wasser oder Wasser mit Wein gemischt, und nach dem Essen wurde Würzwein gereicht.
Ein Hausaltar war aufgebaut worden, für den die Kinder im Kunstunterricht "Götter" getöpfert hatten.
In einer Ecke konnte man römische Spiele spielen, z. B. Dame, Mühle, das Zwölfpunktespiel, das Deltaspiel und noch viele andere.
Hausherr und Hausherrin lagen beim Essen übrigens - dafür hatte man einfach die Arztliege "umfunktioniert." Die anderen Gäste saßen auf Bänken.
Die Kinder (einschließlich Hausherr und Hausherrin) bedienten uns. Sie hatten außer dem Essen auch die gesamte Organisation übernommen. Sie werden groß! Im Sommer kommen sie alle in weiterführende Schulen.
Besonders interessant waren die Schülerarbeiten. Sie wurden am Computer erstellt. Fotos vom Rundgang bildeten Ausgangspunkte für Geschichten, Berichte und Gedichte. Eine Bierflasche, die auf einem römischen Mauerüberrest lag, regte die Fantasie der Kinder besonders an, ebenso wie die Mauertürme und ein Pflänzchen, das sich in einer Ritze der Stadtmauer angesiedelt hatte.
Insgesamt ein sehr gelungener Abend. Alles in allem haben wir drei schöne Stunden in der Schule verbracht.
Teilweise widersprachen sich die Eltern selbst immer wieder, und teilweise fand ich es auch langweilig - ich hätte gerne ab und zu ein anderes Thema gehabt. Meine Gedanken waren zwischendurch auch mal ganz woanders - ich habe Nasen studiert. Lacht nicht, aber das ist manchmal wirllich interessant. Kleine Nasen, große Nasen, schmale, breite, lange, kurze... Wenn sich das Gespräch immer im Kreis dreht, ist das eine unterhaltsame Studie
Naja, aber dadurch war es mit dem Stricken dann nix. Wir waren kurz vor halb elf wieder zu Hause, und dann war ich einfach nur noch müde.
So, jetzt muss ich sehen, dass mein Haushalt halbwegs Schwiegermutter-tauglich wird, und heute abend feiern wir in der Grundschule ein römisches Gastmahl (die Kinder nehmen die Römerzeit durch). Dafür muss ich noch ein römisches Gericht zaubern, und ein paar Sachen dafür einkaufen muss ich auch noch.
Auf gehts!
Und Knäuel habe ich gestern gewickelt. Ich werde so nach und nach meine ganzen Wollreste neu wickeln. Die Papprollen-Methode bewährt sich sehr. Einfach, preisgünstig, gut. Ein Wollwickler lohnt sich für mich wohl nicht, ich glaube, das lohnt nur, wenn man eine Strickmaschine hat. Alles auf einmal wickeln werde ich jedoch nicht, das ist mir zu langweilig. Und ich werde nach jedem Paar Socken immer gleich den Rest aufwickeln, dann ist das gar nicht so anstrengend.
Außerdem habe ich die Reste jetzt mal nach Hauptfarben sortiert. Da könnte man glatt mal auf Ideen kommen, diese Reste auch zu verwerten! Als erstes habe ich ja eine kleine Decke für meine Freundin angefangen (die ich aber wieder aufgeribbelt habe, weil mir das Garn, in dem ich angefangen habe, dann doch zu aufgeregt gemustert ist). Aber auch ein Pulli oder sowas ist nicht ausgeschlossen. Ich habe jede Menge blaue Reste, und daraus ein Pulli - ja, ich glaube, das wär was. Und ich habe doch noch soo viel blaue Sockenwolle zum Verstricken. Da würde problemlos noch ein Pulli bei rumkommen.

Opal Murmel, Gr. 39 (für mich!), 64 M. Nadeln 2 1/2 und 2 (Bündchen), Dreigeteilte Ferse, Verbrauch ca. 70 g.
Meine ersten Opalis, und ich muss sagen, dieses Knäuel war sehr angenehm zu verstricken.

Das ist in etwas Sockenwoll-Stärke. Der Vergleich mit Sockenwolle hinkt jedoch ein bisschen, da da ja Plastik drin ist, und damit eine etwas längere Lauflänge erreicht werden kann. Außerdem ist die Lauflängenberechnung aufgrund einer schlechten Waage und der geringen Wollmenge auch nur sehr ungenau. Aber ihr seht hier Nadeln 2 1/4, die genau richtig sind, um diese Wolle zu verstricken. Ich stricke diese Wolle lieber als Sockenwolle, denn sie ist dehnbarer. Diese Wolle habe ich übrigens auf der Kreuzspindel gesponnen (Gewicht der Spindel 55 g).
Und jetzt das weiße Landschaf:

Die ist mit meiner neuen selbstgemachten Spindel gesponnen, und hat eine Lauflänge von über 70 m pro 10 g. Da bin ich doch schon recht stolz drauf. Auch wenn sie immer noch unregelmäßig gedreht ist. Aber ich freue mich darauf, sie zu verarbeiten. Beide sind übrigens recht kratzig, was z. T. am Landschaf liegt, aber auch daran, dass ich immer noch zu sehr drehe. Aber ich habe immer Angst, dass sonst der Faden reißt. Man braucht halt doch eine Weile, bis man auch das Maß der Drehung drauf hat.
Angenommen, du in deinem Wollgeschäft deine absolute Traumwolle - für einen Preis nur knapp unterhalb deiner Schmerzgrenze. Du hast eigentlich keine Idee, was du damit anfangen willst, aber es ist nur noch ein Kilo da... Bleibst du hart, oder verfällst du dem Kaufrausch? Und - mal ehrlich, wenn ja, passiert dir das öfter? Beichte mal einen Fall!
Nö. Es gibt immer wieder schöne Wolle. Wenn ich nicht weiß, was ich draus machen soll, dann nicht. Aber ich werde wahrscheinlich so lange durch das Wollgeschäft und um die Wolle drumrum schleichen, bis mir was passendes einfällt.
So zuletzt geschehen im heimischen Casa Lana, als ich Estivo von LG entdeckt habe. Das war ein Garn, das *musste* mit. Und dann habe ich mich für einen Schal entschieden. Der zwar angestrickt, aber noch nicht vollendet ist. Wieviel Vorräte noch da waren, weiß ich nicht. Aber LG-Garn ist meist mehr als hart an der Schmerzgrenze, was Preise angeht, und wenn man mehr braucht, wird dort auch bestellt. Ob mir das öfter passiert? Natürlich nur, wenn ich nicht auf Diät bin und alle Handarbeitsgeschäfte und -Abteilungen meide.
Übrigens heißt das nicht, dass auch das draus wird, was ich mir zuerst dafür vorgenommen habe. Es kann sein, dass letztlich was anderes draus gemacht wird. Aus den verschiedensten Gründen.
Geribbelt habe ich auch schon wieder, der Mini-Sock aus selbstgesponnener Wolle war etwas unförmig, und so musste ich wieder ein ganzes Stück auftrennen. Das Gestrick zieht sich auch ein bisschen, liegt wohl entweder an ungleichmäiger Drehung und/oder daran, dass ich das Garn nicht gewaschen habe, was die Drehung beruhigt. Ich war ja soo neugierig. War schließlich mein erstes Garn, das halbwegs was getaugt hat. Naja, Versuch macht kluch.
Und dann die weiße Aud-Wolle, die ich auf meinem neuen Spindelchen gesponnen habe. Das sind 10 g, und damit habe ich über 70 m erspindelt! Diese Lauflänge kann ja schon fast als Laceweight durchgehen. Deshalb wird daraus auch ein feines Lesezeichen mit einem schönen Lochmuster.
